Tuesday, November 11th, 2008

Archipelago Europe

Karl Schlögel über das, was unser Europa wirklich ausmacht - ein Auszug aus seinem Buch “Marjampole - Oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte”.

High-speed routes. Europe is being manufactured year by year, month by month, and day by day. Movement, which holds it together, is its basic mode. If movement were to fail, even for a short time, Europe would disintegrate into its component parts. The manufacturing of Europe can best be observed at certain locations: airports, motorways, and high-speed railroads. The high-speed connections turn big Europe into a small continent. The borders of individual states are crossed before the TGV really gets going. The nation state is too small for high-speed trains.

[Eurozine: Archipelago Europe]
[Perlentaucher: Marjampole - Oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte]


Saturday, December 29th, 2007

“Sprüh a Wolkn”

In seinem im heutigen Standard veröffentlichten Artikel “Mein erstes Schragel” berichtet Radek Knapp über die Erfahrungen, die er - damals erst seit kurzem in der Stadt - als Jugendlicher mit der Wiener Sprache gemacht hat.

In Wien begriff ich aber, dass mein Problem nicht nur im Erlernen der deutschen Sprache bestand, sondern darin, dass man in Wien gar nicht Deutsch sprach. Ich werde nie vergessen, als ich mich einmal in ein Gasthaus in Ottakring verirrte und gleich an der Schwelle den mysteriösen Satz hörte: “Sprüh a Wolkn!”

An den Gesichtern, die diesen Satz gerade fallen ließen, erkannte ich eines. Es war keine Aufforderung, eine Wolke mit einer Spraydose zu bearbeiten, sondern das Lokal recht flott wieder zu verlassen. Von da an staunte ich, wie viele Ausdrücke es in dieser traditionell gastfreundlichen Stadt gab, die einen zum Sich-Entfernen auffordern.

Zum Beispiel “Schlag a Wöhn”. Ins Deutsche übersetzt “Schlag eine Welle” bedeutete das Gleiche wie eine Wolke sprühen. Eine “Welle nicht zu schlagen” wäre sehr töricht, sollte diese Aufforderung im Bezirk Favoriten ausgesprochen worden sein. Stark im Kommen ist übrigens wieder das gute alte: “Hau di iba d’Heisa”. Wahrscheinlich, weil es so arabisch klingt. Da kam mir ein “Moch an Servas” dagegen eigentlich schon recht elegant rüber. Ganz zu schweigen von solchen Evergreens wie “Schleich di”, “Drah di” oder “Geh bodn”.

(”Der Standard”, Print-Ausgabe, 29. Dezember 2007)


Sunday, May 6th, 2007

Grenzkickerl - Futbal na hraniciach, 2.6. Berg/Bratislava

Titelblatt

Im Rahmen des Viertelfestival Niederösterreich – Industrieviertel 2007, das in diesem Jahr unter dem Motto “grenzen.los” steht, finden auch zahlreiche grenzübergreifende Projekte statt. So wandelt etwa das Projekt “Keine Verbindung/Bez Spojenia” auf den Spuren der 1914 eröffneten Pressburgerbahn.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt ist das, unter dem Titel “Grenzkickerl/Futbal na hraniciach” stattfindende Fußballmatch, das am 2. Juni auf einem Spielfeld auf (!) der österreichisch-slowakischen Staatsgrenze - quasi die Grenze als Mittellinie - ausgetragen wird.

Das Projekt ist eine grenzüberschreitende künstlerische Intervention im öffentlichen Raum. Sie findet zugleich in Österreich und der Slowakei statt. Ein Land-Art-Projekt, das von jedem benutzt werden kann. Ein temporäres Experiment, das möglichst lange bestehen soll. Ein künstlerischer Kommentar zur Sinnhaftigkeit von Grenzen …

[Viertelfestival Niederösterreich – Industrieviertel 2007]
[Grenzkickerl/Futbal na hraniciach]
[Keine Verbindung/Bez Spojenia]


Sunday, May 6th, 2007

Osteuropäische Sprachen

Titelblatt
Quelle: Amazon

Im Rahmen der “Enzyklopädie des Europäischen Ostens” hat der, für die hohe Qualität seiner Veröffentlichungen bekannte, Kärntner Wieser-Verlag einen Band auch den Sprachen dieses riesigen Kulturraums gewidmet. Das von Milos Okuka zusammengestellte “Lexikon der Sprachen des Europäischen Ostens” steht auf den Seiten der Alpen-Adria Universität Klagenfurt auch online zur Verfügung.

[Link]


Wednesday, April 4th, 2007

3 Jahre “Der Wiener Lloyd” / Kiew 2007 / Minsk 2006

Und schon wieder ist ein Jahr um! Mangels Zeit, werden meine Einträge hier leider immer seltener. In Anlehnung an meine aktivste Blog-Zeit, während der Demonstrationen nach den belarussischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2006, hier einige Bilder von den aktuellen Geschehnissen in Kiew.

Demonstrationen in KievDemonstrationen in KievDemonstrationen in Kiev
Demonstrationen in KievDemonstrationen in KievDemonstrationen in Kiev
Quelle: Радыё Свабода

Und, ein Jahr danach, hier nochmal die Chronik meiner Berichterstattung über die leider wenig erfolgreichen Demonstrationen in Minsk. In ihrer Allgemeinheit, stellen diese Einträge doch eine recht vollständige und lebhafte Dokumentation der damaligen Ereignisse dar.

Demo in Minsk
Demo in Minsk
Demo in Minsk
Quelle: Радыё Свабода

Mittwoch, 15. März: In Europa (6)

Sonntag, 19. März: Zehntausende auf den Straßen Minsks

Montag, 20. März: Minsk: Die Demonstrationen gehen weiter

Dienstag, 21. März: Minsk: Die Polizeitaktik

Dienstag, 21. März: Minsk: Und sie dauern an!

Mittwoch, 22. März: Minsk: Und sie stehen noch!

Mittwoch, 22. März: Minsk: Und sie dauert an!

Freitag, 24. März: Minsk: Zeltstadt geräumt

Samstag, 25. März: Minsk: Der Abschluss

Sonntag, 26. März: Der Sprachdemonstrant Andrej Dynko

Donnerstag, 27. April: Minsk: Es geht weiter!

[Радіо Свобода: Новітні «Майдани» об’єктивом «Свободи»]
[derStandard.at: Premier wehrt sich gegen Neuwahlen]


Tuesday, March 6th, 2007

Eine Citytram für Wien!

Karte Citytram
Quelle: tramway.at

Schon mal überlegt, warum es in Wien zwar eine U4, wie auch eine U6, jedoch keine U5 gibt? Die Antwort ist einfach: Sie wurde zwar geplant, jedoch nie gebaut. Als Alternative zu dieser, Hernals via Zweierlinie mit dem Wienerberg verbindenden, Linie wurde, forciert von den Wiener Grünen, bereits vor einigen Jahren ein Alternativvorschlag vorgelegt: die Wiener Citytram.

Hinter diese Idee verbirgt sich ein, im Vergleich zum Bau einer U5, einfaches und kostengünstiges Projekt, das dennoch eine direkte Verbindung zwischen Wiens Nordwesten und der Gegend rund um den Wienerberg herstellen würde. Die neue Strecke würde die aus der Währinger Straße kommenden Straßenbahnlinien 38, 40 und 41 mit den zur Zeit bei der Oper und am Schwarzenbergplatz endenden Linien 62, 65 und 71 verbinden. Realisiert könnte dies mithilfe eines Tunnels werden, der die Station Schottentor via Herrengasse mit der Wiedner Hauptstraße und dem Schwarzenbergplatz verbindet. Nach modernen U-Bahn-Richtlinien ausgeführt, würde dieser Tunnel nicht nur große Teile des Stadtgebiets direkt miteinander verbinden, sondern durch neue Stationen, etwa bei der Albertina oder am Kohlmarkt, auch die Nahversorgung der Wiener City erheblich verbessern. Darüber hinaus ergäben sich auch durch die Miteinbeziehung der, heute ebenfalls bei der Oper endenden, Badner Bahn interessante Möglichkeiten.

Nicht zuletzt sollte man sich auch vor Augen führen, welche indirekten Vorteile sich durch den Verzicht auf eine U5 zugunsten der Citytram ergeben würden. So würde die Errichtung einer U5 mit Sicherheit mit einer Zerstörung der Straßenbahn-Netzdichte im Nordwesten Wiens einhergehen - so wie dies auch schon bei der Errichtung anderer U-Bahnlinien in anderen Teilen der Stadt passiert ist (und auch jetzt bei der Verlängerung der U2 wieder passiert). Damit ginge für noch mehr Menschen der direkte Zugang zu einer Haltestelle verloren. Eine Tatsache, die besonders alte und behinderte Menschen in ihrer Mobilität sehr einschränkt.

[via tramway.at]


Tuesday, March 6th, 2007

In Wien! (4)

Wiener Konsequenz

Zwei pubertierende Jugendliche warten beim Zebrastreifen einer vielbefahrenen Straße im zweiten Wiener Gemeindebezirk.

Einer von Beiden: Ich hasse die Autoabgase!

Er zündet sich eine Zigarette an und überquert mit seinem Freund die Straße.

Vorhang zu.


Saturday, February 3rd, 2007

(Metroblogging Leopoldstadt) TV-Tipp: Die Dynamik des Raumes. Ziel2 Wien, Mo 5.2. 23h10 3sat

Städtische Ballungszentren mit ihren Netzwerken an Bildungs Einrichtungen, Finanzgesellschaften und qualifizierten Arbeitskräften wirken laut dem Soziologen Manuel Castells wie ein Gravitätszentrum für Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze. Orten, die von diesem Netzwerk abgekoppelt werden, droht aber der Niedergang. Sie werden als Ziel2-Region bezeichnet und von der EU besonders gefördert. Dazu gehören u.a. der 2. und 20. Bezirk in Wien. Egon Humer hat ein Jahr lang diese Bezirke besucht, um die Entwicklungen und vielschichtigen Veränderungsprozesse zu dokumentieren, die durch zahlreiche städtebauliche, kulturelle und ökonomische Maßnahmen in Gang gesetzt werden.

[via BAOBAB Medientipp]


Sunday, January 14th, 2007

Die Fackel online / ANNOwiki

Titelblatt
Quelle: Die Fackel online

Nachdem sie in diesem Jahr den Status der Gemeinfreiheit erlangt, ist die Kulturzeitschrift, die von dem österreichischen Schriftsteller Karl Kraus von 1899 bis zu seinem Tode 1936 herausgegeben wurde, seit letzter Woche auch online frei zugänglich.

Am 1. April 1899 gründete Karl Kraus die Zeitschrift Die Fackel. In der Vorrede zur Fackel sagte er sich von allen Rücksichten auf parteipolitische oder sonstige Bindungen los. Unter dem Motto „Was wir umbringen“, das er dem reißerischen „Was wir bringen“ der Zeitungen entgegenhielt, sagte er der Welt – vor allem der der Schriftsteller und Journalisten – den Kampf gegen die Phrase an und entwickelte sich zum wohl bedeutendsten Vorkämpfer gegen die Verwahrlosung der deutschen Sprache.

Trotz obligatorischer Registrierung, ist die Umsetzung, die die Österreichische Akademie der Wissenschaften für die Digitalisierung der Fackel gewählt hat, vorbildhaft für ähnliche Projekte. So ist das gesamte Werk (22.500 Seiten) nicht nur als Scan-, sondern auch in einer Plaintext-Version abrufbar, und damit auch durchsuchbar.

So hat etwa die Österreichische Nationalbibliothek im Rahmen des Projekts ANNO (Austrian Newspapers Online) bereits im Jahr 2003 damit begonnen, zahlreiche historische österreichische Zeitungen zu Digitalisieren und sie online zugänglich zu machen. Obwohl schon seit Beginn des Projekts auch eine Text-Version angekündigt ist, stehen die Zeitungen nach wie vor nur in der Scan-Version zur Verfügung. Nachdem dies, mangels Suchfunktion, das Auffinden von bestimmten Inhalten sehr mühsam macht, habe ich bereits im letzten Jahr mit der Idee gespielt, ein kollaboratives Projekt zu starten, das die Umwandlung der Texte in eine reine Textform zum Ziel hat. Zu diesem Zweck hatte ich unter dem Titel ANNOwiki bereits eine eigene Webseite online gestellt. Einen besonderen Reiz hätte dieses Projekt meiner Meinung nach besonders durch die Möglichkeiten, die sich durch das zusätzliche Tagging, bzw. die Kommentierung der Texte ergeben. Falls sich ein paar Interessenten finden, könnte man diese Idee aber durchaus wiederbeleben.

[Die Fackel online]
[ANNOwiki]


Saturday, January 13th, 2007

Freifahrt für Zivil- und Grundwehrdiener

VC Bundesheer
Quelle: ÖBB

Na das war ja höchste Zeit! Seit 1. Jänner 2007 sind alle Zivil- und Präsenzdiener für die Zeit ihres Staatsdienstes kostenlos in der 2. Klasse aller österreichischen Züge unterwegs. Dazu muss lediglich eine VORTEILScard Zivildienst (bzw. VORTEILScard Österreichisches Bundesheer) beantragt werden. Eigentlich schade, dass man dieses Angebot bei den ÖBB offensichtlich nicht als Chance sieht, junge Österreicher längerfristig für das Verkehrsmittel Bahn zu gewinnen. Auf dem VORTEILScard-Portal der ÖBB-Webseite wird dieses neue Angebot mit keinem einzigen Wort erwähnt.

[VORTEILScard Zivildienst]
[VORTEILScard Österreichisches Bundesheer]


Sunday, December 17th, 2006

Essen in Prag: Kavárna Retro

Kavarna Retro (Außen)
Kavarna Retro (Innen)
Quelle: kavarnaretro.cz

Zufälle gibt’s. Da sitze ich am Samstag im Zug nach Prag, um ein Wochenende fernab von Studium und Arbeit zu verbringen, schlage die Wochenendausgabe meiner Tageszeitung auf und siehe da, ein Reise-Artikel über Prag. Neben einer Beschreibung des Stadtteils Vinohrady und seiner kubistischen Architektur war da auch folgendes zu lesen.

Und im Café Retro in der Francouzská 4 kann man die gelungene neu adaptierte Version einer Bar im Stil der Dreißigerjahre besuchen.

Also nichts wie hin! In unmittelbarer Nähe des Náměstí Míru (Metro!) gelegen und somit auch von Hauptbahnhof und Wenzelsplatz in weniger als 15 Minuten zu Fuß erreichbar, liegt die Kavárna Retro dennoch fernab von den die Stadt durziehenden Touristentrecks. Und die Autorin des Standard-Artikels hat keineswegs zuviel versprochen. Das Innere des Cafés ist äußerst geschmackvoll gestaltet. Ob sich darin wirklich der Stil der Dreißigerjahre wiederspiegelt, kann ich aufgrund meiner unzureichenden architektonischen Kenntnisse nicht wirklich beurteilen. Auch die Beschallung übertrifft die der Touristenlokale um Längen. Sowohl Jazz als auch moderater Pop tönen aus den Lautsprechern. Und auch das Eishokeymatch, das auf einem (lautlosen) Flachbildschrim zu sehen ist, stört die Atmosphäre keineswegs.

Um aber zum wichtigsten Teil zu kommen, sowohl die Getränke- als auch die Speisekarte des Retro spielen alle Stückeln. Neben Bier aus der königlich-böhmischen Brauerei in Krušovice wird auch wunderbarer einheimischer Wein ausgeschenkt. Die Speisekarte bietet weniger die deftige einheimische, als eine moderne mediterran beinflusste Küche. Das marnierte Hühnerfilet auf Pilzrisotto ist um 170 Kronen (~ 6 Euro) sein Geld in jedem Fall wert. Für Risottofreunde wartet die Karte gleich mit einer ganzen Reihe von Variationen des Reisgerichts auf. Nur vom Kaffee sollte Abstand nehmen, wer der Röstung aus dem Hause Illy nichts abgewinnen kann.

Zusätzlich zu all dem befindet sich im Keller des Lokals auch ein, ebenfalls sehr geschmackvoll eingerichteter Club, der zum längeren verweilen einlädt. Alles in allem kann auch ich die Kavárna Retro also wirklich nur sehr weiterempfehlen.

Und noch eine kurze Anmerkung am Rande: Seit dem europaweiten Fahrplanwechsel vom letzten Wochenende steuern nicht nur zusätzliche ICE-Verbindungen die Wiener Bahnhöfe an, sondern erstamls auch die tschechischen Pendolino-Schnellzüge. Mit diesen, unter der Bezeichnung SuperCity geführten Zügen ist die die tschechische Hauptstadt ab Wien erstamls in weniger als vier Stunden zu erreichen. Ein besonderes Schmankerl übrigens, den ÖBB-Zubegleiter Tschechisch sprechen zu hören. ;)

[Kavárna Retro]
[Der Standard: Rundum die Ecken]


Thursday, November 30th, 2006

Elemente sehen …, 5.12. TU Wien

Ausstellung chemischer Elemente 2006

Gezeigt werden sämtliche natürlichen Elemente des Periodensystems mit Ausnahme einiger radioaktiver Elemente: Aluminium, Antimon, Argon, Arsen, Barium, Beryllium, Blei, Bor, …

Natürlich sind alle Element-Proben zum Anfassen! Besonders interessante Proben von Cäsium, Rubidium, Kalium, Uran, Thorium, aber auch Halogene, Edelgase in Form von Entladungsröhren, sämtliche Lanthaniden in hochreiner kristalliner Form, alle Edelmetalle in spektakulärer Größe und und und …

[Link]


Monday, October 16th, 2006

Fotografiert Kai Diekmann!

Unter dem Titel “Leser-Reporter” ruft das deutsche Boulevardblatt “Bild” seine Leser seit einiger Zeit dazu auf, Fotos von potentiell “interessanten” Dingen zu machen und diese der “Bild”-Redaktion zur Verfügung zu stellen. Das Hauptziel der Hobbypaparazzis sind Prominente in ihrem Privatleben. Geködert werden die “Leser-Reporter” mit Prämien in einer Höhe von bis zu 5000 Euro.

Um nun den verantwortlichen Chefredakteur auf die rechtliche und ethische Problematik dieser Aktion hinzuweisen, hat sich der Bildblog einen interessanten Versuch einfallen lassen:

Deshalb unser Aufruf: Werdet BILD-Chef-Reporter, fotografiert Kai Diekmann – egal, ob am Nebentisch oder auf der anderen Straßenseite. Sagt’s Euren Freunden und Bekannten weiter (insbesondere denen, die auch Freunde und Bekannte von Kai Diekmann sind oder Freunde und Bekannte von Kai Diekmann kennen), schickt die Schnappschüsse an 4141@BILDblog.de21* – und denkt bitte immer daran: Die Arbeit von Rettungsdiensten oder Polizei darf nicht behindert werden.

[Link] (Danke Gerold!)


Thursday, October 5th, 2006

Wer seine Bim liebt …

Geschobener 25er
Quelle: HF130C

… der schiebt! So kann’s gehen, wenn der Fahrer seine Bim gerade an jener kleinen Stelle parkt, an der die Oberleitung keinen Strom führt. Eine Gedenkminute für den 25er!

[Link]


Wednesday, September 27th, 2006

Realitätsverweigerung made in U.S.


Quelle: backspace.com

Auf der Webseite der Newsweek sind die Titelblätter der verschiedenen “Regionalausgaben” des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins zu sehen. Während für die europäische, die asiatische und die lateinamerikanische Ausgabe ein Artikel mit dem Titel “Losing Afghanistan” zur Topstory auserkoren wurde, ist auf dem Titelbild der US-Edition eine Frau mit ihren drei Kindern zu sehen: “My Life in Pictures” (Screenshot).

[via Fefe]


Wednesday, September 27th, 2006

Viennale 2006

Viennale-Logo
Quelle: Viennale

Seit heute Abend ist das Programm der diesjährigen Viennale online, die vom 13. bis zum 25. Oktober in sechs Wiener Kinos stattfindet. Der diesjährige Trailer stammt vom französischen Regisseur Leos Carax. Der Ticketvorverkauf beginnt am 30. Septermber.

[Link]


Wednesday, September 20th, 2006

Großer Bahnhof - Wien …, ab 28.9. Wien Museum Karlsplatz


Quelle: Wien Museum

Kathedralen des Fortschritts, Tore zur Stadt und zur Welt, Orte der Ankunft und der Abfahrt: Wie in allen Großstädten hatten und haben auch in Wien die großen Bahnhöfe prägende Bedeutung für die Stadt und deren Bewohner. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Großbahnhöfe zu monumentalen Zeichen großstädtischer Dynamik, doch keiner der imposanten Gründerzeit-Bauten hat in Wien überlebt. Heutzutage kaum bewusst ist, dass Wien einst sechs Fernbahnhöfe hatte: Nordbahnhof, Südbahnhof, Ostbahnhof, Westbahnhof, Nordwestbahnhof und Kaiser-Franz-Josef-Bahnhof. Allesamt waren Kopfbahnhöfe, was die Bedeutung und das Selbstverständnis der Hauptstadt als Zentrum der Monarchie und Mitteleuropas unterstreicht.

[Link]


Monday, September 18th, 2006

Subjektive Karten

La carte géographique n’est pas le territoire. Elle en est tout au plus une représentation ou une « perception ». La carte n’offre aux yeux du public que ce que le cartographe (ou ses commanditaires) veut montrer. Elle ne donne qu’une image tronquée, incomplète, partiale, voire trafiquée de la réalité. Voilà de quoi sonner le glas des illusions de cette partie du public qui lit la carte comme un fidèle reflet de ce qui se passe sur le terrain.

Anlässlich der Erscheinung des neuen Atlas der Globalisierung findet sich in der aktuellen Ausgabe von Le Monde diplomatique ein wunderbarer Artikel von Philippe Rekacewicz: La cartographie, entre science, art et manipulation. In der deutschen Ausgabe ist der Artikel unter dem Titel Der Kartograf und seine Welten erschienen.

Anhand zahlreicher Beispiele beschreibt Rekacewicz die politische Bedeutung von Landkarten. So kam es beispielsweise im Jahr 2002 auf einer Wirtschaftskonferenz in Prag zu regelrechten Tumulten, als dem aserbaidschanischen Vertreter eine Karte vorgelegt wurde, in der Bergkarabach als Teil Armeniens eingezeichnet war. Erst nach einigen Stunden konnten die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Bei der Umweltministerkonferenz der UN im Februar 2001 unterbrachen die Vertreter der Volksrepublik China eine Plenarsitzung und verließen vor den ungläubig staunenden Delegierten den Saal. Sie boykottierten die weiteren Verhandlungen, weil Taiwan auf einer Karte und in einem Arbeitspapier als unabhängiger Staat auftauchte. Und sie kehrten erst wieder zurück, nachdem die beanstandeten Dokumente aus dem Verkehr gezogen waren.

Karten lügen (immer)! So lässt sich der Schluss Rekacewicz’ zusammenfassen. Sie lügen, weil sie, schon allein aufgrund der geographischen Verkleinerung, bestimmte Details verschweigen. Oft ist es aber auch nur politisches Kalkül, wenn Karten nicht den geographischen Tatsachen entsprechen. So schildert Philippe Rekacewicz etwa eindrucksvoll, mit welchen Überaschungen er und einige andere französische Kartographen konfrontiert waren, als sie nach dem Mauerfall 1989 Ostdeutschland besuchten.

Zu unserer Orientierung hatten wir nur ein paar alte topografische DDR-Karten. Aber die waren so falsch, dass wir so gut wie nichts von dem, was wir vor Augen hatten, auf ihnen wiedererkannten. Auf einem zehn bis zwanzig Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze fehlten alle wesentlichen geografischen Bezeichnungen - Straßen und Dörfer, ja die gesamte Infrastruktur, alles, was auch nur irgendwie der Orientierung hätte dienen können.

Andere Karten hingegen lügen nicht, weil sie verscheigen, sondern weil sie verfälschen. So sind Karten heutzutage ein sehr beliebtes Machtinstrument. Die “… heutigen Mächte in Wirtschaft und Politik - Staaten, große Lobbygruppen, internationale Konzerne und Organisationen - bedienen sich ihrer umstandslos, arrangieren hier und da die Wirklichkeit, um ihre Macht zu festigen oder uns ihre Sicht der Dinge einzuprägen”. Und nicht zuletzt spiegeln Landkarten natürlich auch die sehr verschiedenen Weltanschauungen wieder.

Betrachtet man die Afrikakarten, insbesondere die in Europa produzierten, fallen als dominierende Farbeindrücke ein sanftes Ockergelb und ein Dunkelgrün auf: die trockene, staubige Savanne und der dichte Regenwald auf Äquatorhöhe. Ein Gang über den Markt von Ouagadougou oder Bamako genügt jedoch, um den tatsächlichen Farbenreichtum Afrikas zu erfassen. Ein Lehrer im Tschad hat es einmal, als noch alle Schulbücher im Lande aus Frankreich kamen, sehr schön formuliert: “Irgendwas stimmt nicht mit den Karten. Sie sind so bleich, so fahl. Man könnte meinen, sie seien krank.”

[Le Monde diplomatique: La cartographie, entre science, art et manipulation]
[Le Monde diplomatique: Der Kartograf und seine Welten]


Sunday, September 17th, 2006

Radsternfahrt 2006, Fr. 22.9. Wien

Radsternfahrt 2006 Banner
Quelle: wien.gruene.at

Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in Wien krebst schon lange bei drei bis fünf Prozent herum. Die Stadt unternimmt leider zu wenig, um dies zu ändern. Dabei bietet Radfahren viele Vorteile. Radfahren ist praktisch, gesund, billig, schnell, benötigt wenig Verkehrsfläche und macht Spaß. Radfahren verringert Staus und die Luftbelastung.

Von sieben Treffpunkten in den Wiener Außenbezirken führt die Fahrt bis zum Karlsplatz. Nach einer gemeinsamen “Ehrenrunde” um den Ring findet die Sternfahrt beim Fest in der Josefstädterstraße ihren Abschluss. Komm auch hin und radel mit uns für ein umweltfreundlicheres Wien.

[Link]


Thursday, August 17th, 2006

On the implausibility of the explosives plot

Auf der Mailinglist Interesting-People beschreibt der Chemiker David Farber auf äußerst amüsante Weise die Schwierigkeiten, die auf die mutmaßlichen Terroristen der geplanten Attentate von letzter Woche bei der Synthese des Flüssigsprengstoffes zugekommen wären. Seine Conclusio: Es ist höhst unwahrscheinlich, dass es selbst einem erfahrenen Chemiker gelungen wäre, den in den Medien beschriebenen Sprengstoff auf dem Sitz eines Flugzeuges bzw. auf einer Flugzeugtoilette erfolgreich herzustellen.

If you choke from fumes, or if your explosives go off before you’ve got enough made to take out the airplane — say if you only have enough to shatter the mirror in the bathroom and spray yourself with one of the most evil oxidizers around — you aren’t going to be famous as the martyr who killed hundreds of westerners. Your determination and willingness to die doesn’t matter — you still need to get the job done.

Im zweiten Teil seines Postings folgt dann eine Generalabrechnung mit der Idee, den Flugverkehr terrorfrei machen zu können.

Now, books aren’t the only things you could nitrate. Pants and shirts? Sure. It might take a lot of effort to get things just so or they will look wrong to the eye, but I bet you can do it. Clearly, we can’t allow people on planes wearing clothes. Nudity in the air will doubtless be welcomed by many as an icebreaker, having been deprived of their computers and all reading material for entertainment.

[Link via Fefe]